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Von der Physik der Atmosphäre aus gesehen, gibt es kein Klima. In der Atmosphäre spielt nur das Wetter eine Rolle.

+++ 4. Januar 2012 +++

Prominente französische Ökonomen verlangen
„koordinierte Abwicklung des Euro“

Am 23.12. veröffentlichten 12 prominente französische Ökonomen aus dem gesamten politischen Spektrum in Le Monde einen gemeinsamen Aufruf zur „koordinierten Abwicklung“ des Euro. Unterzeichner sind Gabriel Colletis, Alain Cotta, Jean-Pierre Gerard, Jean-Luc Greau, Roland Hureaux, Gerard Lafay, Philippe Murer, Laurent Pinsolle, Claude Rochet, Jacques Sapir, Philippe Villin, Jean-Claude Werrebrouck.

Der Beitrag spiegelt in vielen Aspekten deutlich den Einfluß der Präsidentschaftskampagne von Jacques Cheminade wider. Die Ökonomen fordern nach dem Beispiel von Franklin Roosevelt in den 30er Jahren „Bankfeiertage“ und machen die Abschaffung seines Glass-Steagall-Trennbankengesetzes als einen der Hauptgründe für den Zerfall des Finanzsystems aus.

Unter Verweis auf die großen Unterschiede zwischen den Volkswirtschaften der Eurozone heißt es: „Unter diesen Bedingungen kann jedes weitere Beharren der Regierungen darauf, den Marsch in die Euro-Sackgasse zu beschleunigen, nur zu einer allgemeinen Verschlimmerung der wirtschaftlichen Lage Europas führen.“ Man brauche „eine europäische Koordination zur notwendigen Abwicklung des Euro“. Dies solle in sechs Schritten geschehen:

1. Euros werden in die neuen Landeswährungen umgetauscht, alte Euronoten vorübergehend gestempelt, bis genügend neue Banknoten gedruckt sind. Münzen tragen bereits nationale Prägungen.

2. Die Wechselkurse der neuen Währungen werden per gemeinsamer Entschließung definiert. Das schließt notwendige Ab- oder Aufwertungen ein.

3. Preise für Güter und Dienstleistungen sowie der Wert von Anlagen und Bankkonten bleiben zum Zeitpunkt der Abschaffung des Euro unverändert. Staatsschulden werden in die jeweilige Landeswährung, ausländische Schulden privater Händler in ECU-Verrechnungseinheiten umgewandelt.

4. Die Regierungen erklären Bankfeiertage, ähnlich wie es Roosevelt 1933 getan hat, und schließen vorübergehend die Banken, um zu entscheiden, welche überlebensfähig sind und welche die Hilfe der Zentralbanken brauchen. Ihre Börsennotierung wird während dieser Zeit ausgesetzt. Der Staat schützt die Einleger, indem er, falls notwendig, einen Teil des Bankensystems übernimmt. Die Zentralbanken geben ihre Autonomie auf und kehrten zum Zustand vor den 70er Jahren zurück. 5. Der nominale Wechselkurs der Landeswährungen wird solange fest bleiben. Später können sie mit 10% Fluktuation gehandelt werden.

6. Am besten wird der Euro vor der Auflösung gegenüber anderen Währungen stark abgewertet. Die Unterzeichner fordern auch, wie Cheminade in seinem Programm, die Abschaffung eines 1973 von Giscard d’Estaing eingeführten französischen Gesetzes zum Verbot der Finanzierung von Staatskredit durch die Zentralbank, das durch die Verträge von Maastricht und dann Lissabon bekräftigt wurde.

Der Mangel des Aufrufs besteht allerdings im monetaristischen Denken der Ökonomen, denn Realwirtschaft, Großprojekte und Zukunftstechnologien werden mit keinem Wort erwähnt.



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