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+++ 8. Dezember 2011 +++

Medwedjew nimmt neue Raketenabwehr in Betrieb

In den letzten Wochen haben russische Führungsvertreter die Kriegspolitik der transatlantischen Länder in drastischen Worten verurteilt. Ob Syrien, Iran oder Pakistan, sie betonen stets, daß jeder „lokale“ Militärschlag sich zu einem regionalen Krieg und dann auf Rußland und China ausweiten würde.

Zusätzlich beharren die USA auf der Stationierung einer umfangreichen NATO-Raketenabwehr in Europa, z.T. an Rußlands Grenzen, angeblich als Schutz vor iranischen Raketen. Das ist für Rußland inakzeptabel, wie Präsident Dmitri Medwedjew am 29.11. in Kaliningrad erneut betonte, nachdem er bereits am 23.11. in einer nationalen Fernsehansprache vor der Atomkriegsgefahr gewarnt hatte. Medwedjew nahm in der Region Kaliningrad (Königsberg) in Begleitung der Spitzen aller russischen Streitkräfte eine neue Radarstation zur Raketenabwehr in Betrieb. Der Bau hatte schon vor zwei Jahren begonnen, Medwedjew verwies aber ausdrücklich auf den aktuellen Zusammenhang mit der neuen NATO-Raketenabwehr, wobei er jedoch den USA und der NATO weitere Verhandlungen und Kooperation anbot.

„Wir sind bereit, zusammen mit unseren Partnern die außergewöhnlichen Möglichkeiten der Station einzusetzen, um mögliche Raketengefahren abzuwehren“, sagte der Präsident. „Leider bemerken wir bei unseren amerikanischen und europäischen Kollegen keine Bereitschaft zu gemeinsamen Anstrengungen mit uns. Mehr noch, das europäische Raketenabwehrsystem, das gegenwärtig errichtet wird, beeinträchtigt eindeutig unsere Interessen und schafft somit beträchtliche Probleme für die Sicherheit der Russischen Föderation.“ Das Verteidigungsministerium habe damit begonnen, die von ihm am 23.11. angekündigten Gegenmaßnahmen gegen das NATO-System umzusetzen. „Ich hoffe, unsere westlichen Partner werten diesen Schritt als Signal für Rußlands Bereitschaft, auf die Gefahr für Rußlands strategische Nuklearstreitkräfte durch das Raketenabwehrsystem angemessen zu reagieren.“

Es gebe nur mündliche Versprechungen des Westens, daß sich das System nicht gegen Rußland richte, so Medwedjew, aber das „garantiert leider nicht den Schutz unserer Interessen“. Wenn die NATO jedoch andere Schritte ergreife, „sind wir natürlich bereit, zuzuhören“. Und er fuhr fort: „Wenn unser Signal nicht gehört wird, dann werden wir, wie ich am 23. November sagte, andere Verteidigungsmittel einsetzen, darunter die Umsetzung harter Gegenmaßnahmen und die Stationierung der Hauptangriffsgruppe.“

Die Region Kaliningrad ist eine russische Enklave an der Ostsee zwischen Polen und Litauen und damit der westlichste Teil Rußlands, der für ein Radarsystem zur Überwachung Europas am besten geeignet ist. Nach Angaben von Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow, der Medwedjew begleitete, hat das neue Radar eine Reichweite bis 6000 km (bis weit in den Atlantik hinein), es kann 500 Objekte gleichzeitig verfolgen und arbeitet ab 1.12. als Teil der russischen Weltraumstreitkräfte.



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