+++ 14. März 2010 +++
In zwei Tagen mit dem Zug von Peking nach London
Die Volksrepublik China verhandelt mit 17 Ländern, sein Hochgeschwindigkeitsstreckennetz für Eisenbahnen in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren auszudehnen, sagte das Mitglied der Chinesischen Ingenieursakademier und Berater für Hochgeschwindigkeitszüge, Wang Mengshu.
Iran, Pakistan und Indien, seien laut Wang schon in Verhandlungen über den Ausbau; alle weiteren Länder kämen aus dem Südost-oder Zentralasiatischen Bereich. Man verhandelt auf der Basis Technologie gegen Rohstoffe. So böte Myanmar seine reichen Lithium Vorkommen gegen Finanzhilfe bei diesem Projekt.
Drei Großprojekte seien in der engeren Auswahl. Eines würde Peking mit London über Russland und Deutschland verbinden. Dort würde man sie in das vorhandene Streckennetz bis hin zum Ärmelkanaltunnel einbeziehen. Passagiere könnten in London einsteigen und 8160 km innerhalb zwei Tagen bis Peking bewältigen. Oder sogar bis Singapur innerhalb drei Tagen, oder 9800 km entfernt, reisen. Wangs Ziel ist es, daß Züge fast so schnell, wie Flugzeuge sein könnten.
Ein weiteres Projekt verbände Kunming in Südchina mit Singapur über Vietnam, Thailand und Malaysia. Ein drittes könnte von Urumqi in Nordchina, über Kasachstan, Usbekistan als möglichen Zielpunkt Indien erreichen. Im besten Fall könnten alle drei Projekte innerhalb zehn Jahren fertiggestellt sein, sagte Wang.
Am 26. Dezember letzten Jahres nahm man den regulären Betrieb eines Hochgeschwindig-keitszugs zwischen Wuhan in Zentralchina und dem etwa tausend km entfernten Guangzhou auf. Der Zug benötigt bei einer Geschwindigkeit von 341 km/h gegenüber den zehn Stunden auf den alten Schienen, jetzt drei. Am 9. Dezember erreichte der Zug bei einer Versuchsfahrt Spitzengeschwindigkeit: 394 km/h; Weltrekord.
So will China bis 2012 auf 13 000 km das Hochgeschwindigkeitsnetz ausbauen. Auf 8000 km davon sollen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 350 km/h Standard sein. Bis 2020 will man 70 % der Städte Chinas mit einem Netz von 16 000 km Schienen verbinden.
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