+++ 12. April 2009 +++
IWF-Reformen zur Rettung Großbritanniens?
Während sich alle Welt in Lobpreisungen über die großen Fortschritte beim jüngsten G-20 Gipfel ergießt, stellt sich angesichts der prekären Lage Großbritanniens, wo der Zusammenbruch der Londoner City den gesamten Inselstaat zum Orkus hinab zu reißen droht, die Frage, ob der beim Gipfel verabschiedete Aufruf zur Reformierung des Internationalen Währungsfonds eher eine Rettungsaktion für Großbritannien werden soll.
Dies läßt sich aus einer Schlagzeile des Daily Telegraph herauslesen: „Großbritannien sollte keine Angst haben, den IWF nach Geld zu fragen“. In dem Artikel wird berichtet, die Absicht einer Reform des IWF sei, das Annehmen von IWF-Geldern vom Stigma zu befreien. Das heizt die Spekulationen um ein mögliches Rettungspaket des IWF für Großbritannien nur noch weiter an.
Dieselbe Aussage konnte man auch vom Finanzsekretär des britischen Schatzamtes, Stephen Timms, hören, der sagte, man sei „über das Stigma hinweg“. Nun könnten selbst Großbritannien oder die USA finanzielle Hilfe beantragen.
Der ehemalige Chefökonom des IWF, Simon Johnson, erklärte dazu: „Früher nahm man Kredite vom IWF, wenn man vor einem kompletten Desaster stand. Jetzt kommt der IWF, bevor Schwierigkeiten auftreten. Gordon Brown und seine Minister brauchen Hilfe. Eure Wirtschaft ist in großen Schwierigkeiten.“
George Osbourn, zuständig für das Ressort Finanzen im Schattenkabinett der Torys, ergriff diese Gelegenheit, um der Labour-Regierung den Staatsbankrott unter die Nase zu reiben: „Diese Warnung des früheren Chefökonomen des IWF ist ziemlich außergewöhnlich und zeigt, wie schlimm es um Großbritanniens öffentliche Finanzen steht.“
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